Neu erschienen: Günzburg in Bildern, Band 3

Aktuelles am 16. März 2016 ,
Günzburg in Bildern Band 3
Wahre Bestseller waren die beiden ersten Fotobücher “Günzburg in Bildern – Entwicklung einer Stadt” von Barbara Grüner. Nun hat der Historische Verein Günzburg Band 3 herausgegeben. Einen thematischen Schwerpunkt bilden die Pfarrkirche St. Martin und ihre Umgebung. Wo einst ein architektonisches Juwel mit schmuckem Pfarrhof und blühendem Pfarrgarten zu bewundern waren, dominieren heute ein schlichter Profanbau und grauer Asphalt.   Foto: Greta Kaiser

Günzburg in Bildern: Band 3 neu erschienen

Genau 38 Bücher hat der Historische Verein Günzburg im Laufe der Jahre und Jahrzehnte herausgegeben. Keine der vielfältigen (zeit-)geschichtlichen Schriften war so erfolgreich wie die beiden Fotobände „Günzburg in Bildern – Entwicklung einer Stadt“ von Barbara Grüner. Sie sind zu wahren Bestsellern geworden. Nun ist der dritte Band dieser Reihe erschienen. Wie seine beiden Vorgänger dokumentiert das 170 Seiten umfassende Buch in Wort und vor allem Bild den baulichen Wandel Günzburgs. Dass manche architektonische Neuerung dem Erscheinungsbild der Stadt nicht eben zum Wohl gereicht, machen vor allem die Stadtpfarrkirche St. Martin und ihr heutiges Umfeld deutlich. Dem Zeitgeist der 1960er Jahre folgend wurde mit fragwürdigen Argumenten ein historisches Juwel abgerissen und durch einen Profanbau ersetzt – eine „Busgarage“, wie Stadtpfarrer Hans Gündele 20 Jahre später in einem Pfarrbrief kritisiert hatte.

 

Schwerpunkt: Günzburger Unterstadt

Den Schwerpunkt des dritten Bandes „Günzburg in Bildern – Entwicklung einer Stadt“ mit historischen und aktuellen Fotos aus der umfangreichen Sammlung von Barbara Grüner bildet die Unterstadt. Wie haben sich etwa Schlachthausstraße, Ulmer Straße, Spitalgasse oder Wagnergasse im Laufe der Jahrzehnte verändert? Barbara Grüner dokumentiert den Wandel Günzburgs auch in ihrem dritten Buch akribisch und kritisch.

 

Dubios: St. Martin 1962 flachgelegt

Ihr ganzes Herzblut widmet die Autorin in ihrem nun vorliegenden dritten Fotobuch der ehemaligen Stadtpfarrkirche St. Martin und deren einstigem Umfeld. Das alles muss einmal eine Pracht gewesen sein.  Das ehemalige Gotteshaus war im neugotischen Stil errichtet und im Inneren höchst dekorativ geschmückt worden. Es gab bei der Kirche einen Kreuzgang, wunderbare Portale, einen schmucken Pfarrhof und einen blühenden Pfarrgarten. Das alles wurde 1962 flachgelegt. Mit dubiosen Begründungen.
Zunächst war nur an eine Renovierung der Kirche gedacht worden, wenig später plädierten die Verantwortlichen von Kirche und Stadt für einen Neubau. Experten hatten unter anderem erklärt, die Fundamente der Kirche seien unsicher. Tatsächlich waren sie so stabil, dass sie beim Abriss gesprengt werden mussten. Den Rest erledigte das Streben jener Zeit nach der autogerechten Stadt. Das störende Grün des Pfarrgartens wurde dem Asphalt geopfert. „Ein großer Verlust“, wie Barbara Grüner im Vorwort zu ihrem dritten Band lakonisch bemerkt.

 

Rasante Veränderungen auch in der Günzburger Oberstadt

Einige Teile des Fotobandes sind auch der Oberstadt gewidmet. Etwa dem Motzenturm und dem Kuhturm, dem Wätteplatz, dem Rosengässchen, der Postgasse oder dem Schlossplatz. Manches Haus war fraglos nicht mehr auf dem Stand der Zeit, anderes wurde ohne Sinn und Verstand dem Erdboden gleichgemacht. „Günzburgs Häuser und Plätze erfahren rasante Veränderungen, die in immer kürzeren Abständen zu beobachten sind. Es wird zunehmend schwieriger, rechtzeitig zur Stelle zu sein, um sie im Bild festzuhalten und zu dokumentieren“, schreibt Barbara Grüner in ihrem Vorwort weiter.

 

Zweifelhaft: Vorher Fensterläden – nachher Rollläden

Es mag nur ein kleines Detail sein. Trotzdem springt es bei der Lektüre der drei Fotobände von Barbara Grüner immer wieder ins Auge – die ehemals gestalterische Schönheit der Häuser- und Turmfassaden durch Fensterläden. Allerorten haben Rollläden solcherlei Zierrat ersetzt. Das mag bequem sein, der Optik ist es wenig dienlich, wie die Autorin anhand etlicher Vorher-Nachher-Fotos unter Beweis stellt.
Mit ihren drei Foto-Bänden ist es Barbara Grüner und dem Historischen Verein Günzburg als Herausgeber in verdienstvoller Weise gelungen, die bauliche Entwicklung Günzburgs im Laufe der Jahre zu dokumentieren – eine für Alteingesessene und Zugezogene gleichermaßen lohnende Lektüre.

Jetzt zu erhalten

Das Buch „Günzburg in Bildern – Entwicklung einer Stadt“, Band 3, ist zum Preis von 15 Euro bei der Buchhandlung Hutter in Günzburg erhältlich. Mitglieder des Historischen Vereins erhalten das Buch als kostenlose Jahresgabe. Wer dem Verein beitreten will, kann das im Internet unter www.historischer-verein-guenzburg.de tun.

 

Von Walter Kaiser

 

 

 

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